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Datum
06.05.11
Branche/Art
Artikel, Über hmmh

Mitarbeiter verzweifelt gesucht

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Mitarbeiter verzweifelt gesucht

Firmen der Region profitieren vom Aufschwung und wollen investieren, beklagen aber auch einen zunehmenden Mangel an Fachkräften.

Stefan Messerknecht sucht nach neuen Mitarbeitern. 300 hat der Vorstand des Bremer Multimediahauses hmmh schon, bis zu 20 mehr könnte er angesichts der guten Auftragslage noch in diesem Jahr einstellen. Doch die gesuchten Fachleute sind rar.

"Es kostet viel Mühe, jemanden für uns zu gewinnen."

Kein Einzelfall im deutschen Mittelstand: Die Konjunktur brummt, Umsatz und Aufträge nehmen kräftig zu, doch im Aufschwung fehlen zunehmend Fachkräfte. Nach zwei dürren Jahren ist die Stimmung bei den mittelständischen Firmen so gut wie lange nicht mehr. So sagt es die aktuelle Konjunkturumfrage der bundesweit agierenden Wirtschaftsauskunftei Creditreform bei Unternehmen der Metropolregion Bremen/Oldenburg.

"Wir hatten noch nie so gute Ergebnisse wie dieses Mal", sagt die Bremer Creditreform-Chefin Verena Dahlke. Auf breiter Front erwarten die Firmen steigende Umsätze und Gewinne, sie wollen deshalb investieren und neues Personal einstellen."Der Aufschwung ist endgültig angekommen", so Dahlke.

Nur - gutes Personal ist knapp. Jedes dritte Unternehmen meldet offene Stellen, die nicht besetzt werden können. In vier von fünf Fällen sei "kein oder kein geeigneter Bewerber gefunden worden", heißt es zur Begründung. Eher selten sind es dagegen zu hohe Lohnforderungen oder kurzfristige Absagen. Auch hmmh-Chef Messerknecht kennt das Problem. Das Bremer Medienhaus ist im jüngsten Ranking deutscher Internet-Agenturen auf Platz acht gekommen, im Bereich E-Commerce liegt die Firma von der Weser bundesweit sogar auf Platz zwei. Ein attraktiver Arbeitgeber also. hmmh legte im vergangenen Jahr ein Wachstum von 20 Prozent vor.

"Und auch in diesem Jahr soll der Umsatz zweistellig zulegen", sagt Messerknecht.

Doch die ganze Branche hatte sich als relativ krisenfest erwiesen, die befürchteten Einbrüche traten nicht ein. Und nun suchen sie alle nach fähigen Köpfen, um möglichst vom Aufschwung profitieren zu können.

"Wir müssen sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, damit die Leute sich für uns entscheiden."

Laut einer aktuellen Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) klagt auch bundesweit jedes vierte kleine und mittelständische Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal. Die KfW warnte zudem, dass sich spätestens ab 2020 das Problem noch deutlich verschärfen dürfte, weil die Zahl der Erwerbstätigen sinken wird. Aus- und Weiterbildung müssten in den Unternehmen einen höheren Stellenwert bekommen.

"Da ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft", mahnte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.

Bis 2012 könnte es bis zu 1,2 Millionen Stellen geben, die nur schwer zu besetzen sind, sagt die Bankengruppe voraus. Knapp die Hälfte der Jobs würde in Kleinstunternehmen anfallen, etwa 40 Prozent bei sogenannten wissensintensiven Dienstleistungen wie bei hmmh. Dazu zählen unter anderem Ingenieure, Softwareentwickler und Steuerberater, aber auch Maschinenbauer. Die Unternehmensberatung McKinsey spricht sogar davon, dass bis 2025 rund 6,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen könnten. Das Problem sei mit Zuwanderung allein nicht zu lösen, warnte McKinsey-Chef Frank Mattern. So ließen sich nur etwa 800.000 Fachkräfte finden. Vielmehr müssten sich die Unternehmen verstärkt um weibliche und ältere Mitarbeiter bemühen. Allein aus der Altersgruppe der über 55-Jährigen ließen sich nämlich 1,2 Millionen Fachkräfte rekrutieren. (...)

 

*Quelle >> Weser-Kurier, Ausgabe vom 6. Mai 2011

* Autor >> Krischan Förster

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